Kleinkinder

    Ein Baby wird selbständig - kleinkindliche Entwicklung
    Auch die Jahre nach dem 1. Geburtstag bis zum Schuleintritt sind voller kleiner "Wunder". Und die sollen in diesem Artikel vorgestellt werden.


    13. Lebensmonat:

    Feinmotorik und Handgeschicklichkeit: greift mit einer Hand zwei Klötzchen / schlägt zwei Dinge aneinander / hält einen Stift mit beiden Händen und malt Gekritzeltes


    15. Lebensmonat:

    Grob-/Bewegungsmotorik: kann sich alleine hinsetzen und -stellen / kann knien / kann einige Schritte alleine gehen / Schritte sind noch nicht sicher / ihre Länge und Richtung sind ungleich / fängt an zu laufen und fällt hin, indem es zusammensackt / kann Treppen hinaufkrabbeln bzw. -gehen

    Feinmotorik und Handgeschicklichkeit: räumt dinge ein und aus / zeigt mit dem Zeigefinger / packt Eingewickeltes aus / schließt rundes Döschen / baut Turm aus 2-3 Klötzchen / hat Fähigkeit, mit dem Daumen jede einzelne Fingerspitze zu berühren

    Geistige Entwicklung: kennt Teile seines Körpers / ahmt Tierlaute nach / erkennt einfache Abbildungen aus seinem täglichen Leben im Bilderbuch / es holt und bringt Dinge, wenn es aufgefordert wird / kann gleiche Dinge zuordnen

    Selbständigkeit: das Kind kann Tassen heben, halten und daraus trinken, ohne viel zu verschütten / isst selbst mit dem Löffel / versucht sich selbst auszuziehen ( Schuhe, Strümpfe)


    15. - 18. Lebensmonat:

    Sprache: beginnt, eigene unverständliche laute aneinanderzureihen mit rhythmischer Betonung und Tonfallschwankungen, die mit Gesten untermalt werden / wiederholt kurze Sätze (in unpassenden Zusammenhängen) / spricht etwa 10 Wörter mit Bedeutung / zeigt auf Dinge in der Umgebung oder in Büchern

    Sozialverhalten: es wird hilfsbereiter bei Hausarbeiten / zeigt Zuneigung gegen Familienmitgliedern und Freunden / spielt gerne - aber noch nicht mit anderen Kindern


    18. Lebensmonat:

    Grob-/Bewegungsmotorik: läuft alleine und fällt selten hin / läuft schnell, aber wackelig / läuft steif und ohne viel Kniebewegung / steigt Treppen, wenn es an einer Hand geführt wird / geht rückwärts

    Feinmotorik und Handgeschicklichkeit: erst wenn das Kind allein stehen und gehen kann, können die Hände unabhängig voneinander eingesetzt werden / blättert Seite im Buch um, meist2-3 gleichzeitig / baut Turm aus 3-4 Klötzen / trägt Puppe oder Stofftier / hält den Stift in der Faust / malt deutlich vertikale Striche, alles andere ohne bestimmte Richtung / fädelt große Perlen auf

    Geistige Entwicklung: erkennt Abbildungen im Buch, wenn man sie benennt / versucht bei der Hausarbeit zu helfen / erfüllt Bitten, die Nachdenken und Erinnern erfordern / ordnet 2 Größen, Farben und Formen zu / unterscheidet eckig und rund

    Selbständigkeit: isst selbständig, aber nicht ohne zu kleckern


    18. - 24. Lebensmonat:

    Sprache: Wortschatz von ca. 30 Wörtern / stellt einfache Fragen mit "Wohin?" / gibt einfache Antworten "Bad" / verwendet besitzanzeigende Wörter wie "mein" / es bedient sich der Sprache um etwas zu bekommen oder erzählen oder Kontakt

    Sozialverhalten: fordert Aufmerksamkeit (packt einen am Arm; tut, was nicht darf und unterlässt, was es soll) / streitet mit anderen Kindern weniger, da es Spielkameraden haben möchte


    21. Lebensmonat:

    Grob-/Bewegungsmotorik: läuft / geht beim Spielen in die Hocke / steigt Treppen hinunter, wenn man es an einer Hand anfasst / kann mit einem großen Ball Fußball spielen / kann um eine Ecke biegen / kann rasch anhalten beim Gehen

    Feinmotorik und Handgeschicklichkeit: baut Türme aus 5-6 Klötzchen / malt gerne mit den Fingern

    Geistige Entwicklung: kann um etwas bitten, z.B. Trinken, Teddy usw. / macht Fortschritte im farben- und Formenerkennen

    Selbständigkeit: kann gut mit einer Tasse umgehen


    24. Lebensmonat:

    Grob-/Bewegungsmotorik: kann abwechselnd laufen und gehen / Fuß- und Kniegelenke sind beweglicher / steigt Treppen alleine hinauf und hinunter, dabei werden beide Beine auf eine Stufe gestellt / geht beim Spielen oft in die Hocke und fällt dabei nicht um / entwickelt Sinn für Rhythmus und hat Spaß an Tanzbewegungen

    Feinmotorik und Handgeschicklichkeit: kann mechanisches Spielzeug bedienen/ kann einzelne Buchseiten umblättern / schraubt Deckel von Dosen / malt horizontale Striche / formt eine Wurst aus Knete / schneidet kurz mit der Schere, indem es sie mit beiden Händen hält / beginnt bei bestimmen Bewegungen das Handgelenk einzusetzen

    Geistige Entwicklung: erkennt Eigenschaften vertrauter Gegenstände und kann sie beschreiben / kann komplexe Anweisungen ausführen / kann Farben und Bilder zuordnen / hat einen Mengenbegriff von ein und viel / die räumliche Orientierung ist ausgeprägt, es kennt seine Umgebung

    Selbständigkeit: fängt an, den Löffel im Mund zu drehen / zieht die Strümpfe an / zieht die Hose hoch / öffnet die Tür mit der Klinke / zieht Reißverschlüsse auf und zu / fängt an zu merken, wenn es groß muss


    24. - 30. Lebensmonat:

    Sozialverhalten: ihm fällt es schwer, anderen etwas abzugeben / zeigt Konkurrenzverhalten und versucht, anderen den eigenen Willen aufzuzwingen / Beginn des Trotzes / Beginn einfacher Rollenspiele (egal ob mit Personen, Puppen oder Legosteinen)


    24. - 36. Lebensmonat:

    Sprache: kennt 200 - 300 Wörter / es beginnt zuzuhören, wenn man mit ihm spricht und interessiert sich mehr und mehr für Dinge / Sprache wird flüssiger (neben kleineren "Sprachfehlern") / entwickelt Sprachrituale (will gleiche Geschichte immer wieder hören) / beginnt mit Wörtern wie "ich", "du" und "mir" umzugehen / verwendet Zeitwörter wie "heute" oder "morgen" jedoch ohne richtige Zuordnung


    30. Lebensmonat:

    Grob-/Bewegungsmotorik: versucht, auf Zehenspitzen zu gehen / hüpft mit beiden Füßen zur gleichen Zeit / versuch auf einem Bein zu stehen

    Feinmotorik und Handgeschicklichkeit: bat Turm aus 8 Klötzchen / hält den Stift nun mehr mit den Fingern als mit der Faust / ahmt Falten von Papier nach

    Geistige Entwicklung: kann seinen Namen nennen / zählt bis drei / Details wie Euter einer Kuh werden wahrgenommen / kennt die Grundfarben rot, gelb, blau / beginnt Vorder- und Rückseite der Dinge zu unterscheiden / beginnt Formen einander zuzuordnen

    Selbständigkeit: kann einen großen Knopf durchs Knopfloch ziehen / kann Jacke und Hose alleine ausziehen


    30. - 36. Lebensmonat:

    Sozialverhalten: ist unabhängiger / geht auf andere Kinder zu und schließt Freundschaften / zeigt Mitgefühl, wenn jemand leidet


    36. Lebensmonat:

    Grob-/Bewegungsmotorik: läuft gut / schwingt beim Gehen die Arme wie ein Erwachsener mit / geht Treppen aufwärts mit abwechselnd dem einem und dem anderen Fuß / geht Treppen abwärts mit beiden Füßen auf einer Stufe / kann von der letzten Stufe herunterspringen / geht auf Zehenspitzen / "kickt" geschickt einen Ball, kann aber nur kurz auf einem Bein stehen

    Feinmotorik und Handgeschicklichkeit: baut Türme aus 9-10 Klötzchen / malt vertikale und horizontale Striche und einen Kreis / hält die Schere in der Hand

    Geistige Entwicklung: kann Fragen stellen mit Fragewörtern (was, wer, wieso, ...) / kann bis zehn zählen / es kennt sein Geschlecht / hat Erinnerungsvermögen und bezieht sich auf Vergangenes / kann Puzzle aus 2-4 Teilen zusammenfügen / sortiert Kategorien wie Auto, Tier, usw.

    Selbständigkeit: zieht sich Schuhe alleine an, aber nicht immer an den richtigen Fuß / die meisten Kinder sind nun (wenigstens tagsüber) trocken


    3 - 6 Jahre

    Feinmotorik und Handgeschicklichkeit mit etwa 4 Jahren kann ein Kind einigermaßen genau etwas ausschneiden




    Wie gestalte ich das Kinderzimmer - von 0 bis 18 Jahren?
    Zunächst einmal: Kinder beleben und nutzen die ganze Wohnung und nicht nur ihr Zimmer – deshalb zeichnet sich eine familienfreundliche Wohnung durch Räume aus, die Kinder vertragen (Größe, Einrichtung). Jedoch brauchen Kinder in der Wohnung Raum für ein Stück Eigenständigkeit und Selbstbestimmung: das Kinderzimmer. Dieses sollte wandelbar sein, d.h. der Entwicklung des Kindes angepasst werden können. Wenn zwei Kinder da sind, sollte jedes einen eigenen Bereich haben – sei es ein Zimmer oder je eine „Ecke“ im Gemeinschaftsbereich.


    Spielzeit und -raum

    Kinder können parallel verschiedene Spiele spielen; bestehen Sie deshalb nicht immer auf ein sofortiges Aufräumen, weil das Kind wahrscheinlich nochmals zum 1. Spiel zurückkehrt. KLEINE Kinder brauchen VIEL Platz zum Spielen und Großen würde auch ein kleines aber eigenes Reich genügen. Sie sehen also: jede kindliche Entwicklungsphase stellt eine andere Anforderung an das Kinderzimmer:
    •    bis 2 Jahre: Da das Kind gefühlsmäßige Bindungen an Bezugspersonen aufbaut, Urvertrauen erwirbt und die motorische Koordination ausbildet, ist die Nähe zu den Bezugspersonen sehr wichtig. Das Kind benötigt einen ruhigen Raum ebenso wie Dinge zum Ergreifen und Platz zum Krabbeln.                                              
    •    2-6 Jahre: In diesem Alter wächst das Gefühl von Autonomie und die Eigeninitiative. Das Kind eignet sich die Umwelt im Spielen an und benötigt deshalb Platz zum ungestörten Spiel, d.h. eine große Spielfläche und Material zum Spielen.
    •    6-12 Jahre: Nun steht das Zusammenspiel mit Gleichaltrigen im Vordergrund, schulische Leistungen und die Leistungsmotivation. Aus diesem Grund werden nun noch größere Spielflächen zum gemeinsamen Spielen, Platz für Schulfreunde und Platz für die Hausaufgaben gebraucht.
    •    12-18 Jahre: Ausbildung des eigenen Lebensstils, Identitätsfindung, Autonomie (von den Eltern) und das Finden eines Lebenspartners kennzeichnen diese letzte Kindheitsphase. Teens benötigen also einen eigenen Raum mit maximaler Entfernung von den elterlichen Aufenthaltsräumen, der nach eigenen Ideen gestaltet werden kann.

     

    Geschwister

    Wird ein Kinderzimmer von zwei Kindern benutzt, kann es (später) mit einem Raumteiler/Leichtbauwand geteilt werden. Wohnungen mit zwei Kinderzimmern können (so lange die Kinder klein sind) in ein gemeinsames Spiel- und Tobezimmer sowie ein etwas abgelegeneres Ruhe- und Kinderschlafzimmer genutzt werden. Spätestens jedoch mit dem Schulbeginn eines Kindes sollten die Kinder getrennte Zimmer bekommen.


    Bodenbeläge

    Strapazierfähig, einfach zu reinigen, warm, schadstoffarm und bequem sind in Kinderzimmern angesagt. Deshalb eignen sich in diesen Räumen vor allem Holz- oder Parkettböden (sehr laut!), Linoleum/Kork oder Kokosfasern.


    Wände- und Farbgestaltung

    Sanfte Farben schaffen eine ruhige Atmosphäre und lassen Raum für eigene Ideen. Außerdem wirkt das Zimmer größer, v.a. wenn nicht alle Wände gleich sind. Eine große Farb- und Mustervielfalt jedoch lässt ein Zimmer schnell klein und überladen wirken. Anregend auf Kinder wirken helle Blau-, Grün-, Orange- oder Gelbtöne. Bei Farben und Lacken muss unbedingt auf deren Gesundheitsverträglichkeit geachtet werden. Unser Tipp: lesen Sie entsprechende Testberichte durch (z.B. Test, ÖKO-TEST) und verwenden Sie in jedem Fall lösungsmittelfreie Lacke und Farben.


    Beleuchtung

    Idealerweise lassen große Fenster viel Tageslicht ins Kinderzimmer. Bei dämmrigem Licht sorgen große Deckenleuchten für eine gleichmäßige Beleuchtung des Raumes. Spots und Strahler können für Kinder oft unheimliche Schlagschatten verursachen und/oder beim Spielen blenden. Besser ist eine punktuelle Lesebeleuchtung am Bett und/oder Schreibtisch: das Arbeitslicht sollte bei Rechtshändern von links und bei Linkshändern von rechts kommen.


    Schalldämmung

    ... wird durch Möbel, weiche Bodenbeläge und dicke Vorhänge erreicht – notfalls können Vorsatzschalen (Baumarkt) an der Wand angebracht werden.


    Möbel

    Von Kindermöbeln, die schon beim vorsichtigen Rütteln im Geschäft schwanken und quietschen lassen Sie besser die Finger. Kaufen Sie anstelle verschiedener preiswerter Möbelstücke lieber wenige haltbare Möbel. Sinnvoll sind insbesondere umbaufähige Möbel, z.B. Babybetten. Und darauf sollten Sie beim Kindermöbelkauf achten (bis 6 Jahre):
    •    Haben die Möbel abgerundete Kanten?
    •    Sind Türen leicht und weit zu öffnen und lassen sie sich schließen ohne zuzuschnappen?
    •    Sind Schubläden leicht zu öffnen bzw. zu schließen und: sind sie gegen Herausfallen zu gesichert?
    •    Sind die Oberflächen leicht zu säubern?
    •    Ist das Programm erweiterbar (d.h. können später noch Teile hinzugekauft werden)?

     

    Betten

    Das wichtigste am Bett ist die Matratze: sie sollte in jedem Fall neu gekauft werden, wenn sie schon älter und/oder sehr oft benutzt wurde. Der kleine Körper sollte gleichmäßig aufliegen können und keine Mulden bilden (=> dann ist die Matratze zu weich). Wenn beispielsweise der Kern fest ist, kann die Oberfläche ruhig weicher sein. Betten dienen Kindern nicht nur als Schlafplatz: da wird getobt, gehüpft und geklettert – ein guter, stabiler Lattenrost ist daher angebracht. Hochbetten (für Kinder ab 6 Jahren) lassen ein doppelte Raumnutzung zu: unter dem Bett ist Raum für ein zweites Bett, den Kaufmannsladen, die Räuberhöhle oder einfach nur zum Spielen und Toben. Die Höhe sollte hier so gewählt sein, dass die Kinder genügend Platz haben, um in ihr Bett zu kommen und nicht hineinkriechen müssen.




    Glückliche Kindheit - sichere Kindheit
    Die (krabbel-) sichere Wohnung

    Sie sind – wenn Sie klein sind – 1,55m groß. Ihr Kind weniger als einen Meter. Sie haben also alles im Blick, Ihr Kind nicht. Um Ihre Wohnung krabbelsicher zu gestalten, begeben Sie sich mal mit Ihrem Kind auf Augenhöhe, sprich robbend oder krabbelnd, auf Wanderschaft durch die Wohnung. Sie werden erstaunt sein, was es da Tolles zu entdecken gibt – nicht nur für Ihr Kind! Und nicht alles ist gut für Ihr Kleines. Seien es die Dekomurmeln von Mama oder das Kabel von Papas Stereoanlage. Wir haben Ihnen einige Tipps zur Unfallverhütung zusammengestellt, wodurch Ihre Wohnung, Ihr Haus und Ihre Umgebung kindersicherer wird.


    Unfallverhütung

    Verhalten Sie sich möglichst umsichtig.

    •    Lassen Sie Ihr kleines Kind NIE allein, auch nicht, um schnell einmal die Tür zu öffnen.


    o    Lassen Sie Ihr Kleinkind nie unbeobachtet auf dem Wickelplatz; legen Sie es notfalls, z.B. wenn das Telefon klingelt, auf den Boden, damit es nicht auf den Boden fallen kann.

    o    Auf dem Spielplatz müssen Sie Ihr Kleinkind immer im Auge behalten, denn hier lauern überall Gefahren für ein kleines Kind.

    o    An Feuerstellen sind Kinder grundsätzlich zu beaufsichtigen: Herd, Grill, Kamin


    •    Schaffen Sie ein möglichst sicheres Umfeld.

    Treppen



    o    Treppen mit Rutschleisten versehen



    o    Treppen-/ Türschutzgitter: verhindern, dass Ihr Baby nicht auf die Schnelle die Treppe herunterkrabbeln kann, wenn Sie einen kurzen Augenblick nicht hinsehen.

     

    Kinderbett


    o    Verzichten Sie in den ersten Wochen auf ein Kopfkissen, denn bei kleinen Babys ist der Reflex noch nicht ausgebildet, der zum Wegdrehen animiert, wenn man keine Luft mehr bekommt. Es besteht als erhöhte Erstickungsgefahr.


    •    Möbel oder Einrichtungsgegenstände haben in der Nähe eines Stockbettes nichts verloren.

    •    An allen vier Seiten des Bettes sind ausreichend hohe Absturzsicherungen anzubringen

    •    Ein dicker Teppich mit Gleitschutz dämpft Stürze, falls die Kleinen mal daneben treten.

    •    Die Stockbetthöhe sollte 160 cm nicht überschreiten.

    •    Das obere Bett sollten Kinder erst ab einem Alter von sechs Jahren benützen.

    •    Von der Matratzenoberfläche bis zur Geländeroberkante sollten mindestens 16 cm Höhe eingehalten werden. Beachten Sie dies auch beim Matratzenkauf.

    •    Verankern Sie Ihr Stockbett mit Stahlwinkeln in der Wand

    •    Verbinden Sie die Leiter fest mit dem Bett, denn transportable Aufstiegshilfen rutschen leicht weg

     

    Elektro


    o    Regelmäßige Kontrollen aller Elektrokabel auf schadhafte Stellen

    o    Kindersicherung für Steckdosen

    o    Herd durch Schutzgitter sichern; Töpfe und Pfannen auf hintere Herdplatten mit Stiel nach hinten stellen


    Einrichtungsgegenstände


    o    Eckenschutz an scharfen Kanten und Ecken

    o    Fenster mit kindersicheren, abschließbaren Griffen, evtl. Gittern versehen

    o    Gitter und Geländer an Balkonen und Treppen mit einem Abstand der Gitterstäbe von nicht mehr als 10 cm wählen

    o    Regale und Schränke gegen Umstürzen sichern

    Sonstiger "Kleinkram" in der Wohnung


    o    Halten Sie kleine Gegenstände, die vom Säugling und Kleinkind verschluckt werden könnten (z.B. Nüsse, Perlen, Knopfbatterien), fern.

    o    Entfernen Sie Stolperfallen wie Kabel, rutschende Teppiche etc.

    o    Bewahren Sie Medikamente, Haushaltsreiniger, Pflanzenschutzmittel und Düngemittel vor Kindern sicher verschlossen auf.

    o    Verstauen Sie Alkohol, Rauchwaren, Streichhölzer und Feuerzeuge kindersicher.

    o    Plastiksäcke und –taschen dürfen für Kinder nicht zugänglich sein.

    o    Räumen Sie scharfe Gegenstände (Messer, Gartengeräte, Werkzeug usw.) nach Gebrauch weg und bewahren Sie diese immer außer Reichweite der Kinder auf.

    o    In der Badewanne und Dusche sind rutschhemmende Unterlagen sinnvoll.

    o    Verzichten Sie auf Lampenöle.

    o    Verzichten Sie auf Tischdecken.

    o    Entleeren Sie immer Ihre Aschenbecher.


    Im Garten


    o    Sichern Sie stehende oder fließende Gewässer (Pool, Teich, Bach, Regentonne etc.) durch Abdeckungen oder Schutzgeländer.

    o    Verzichten Sie auf giftige Pflanzen und Sträucher.

    Kinderkleidung


    o    Hängen Sie Ihrem Kind nicht die Schnur des Schnullers um den Hals und auch keine Halsketten.

    o    Achten Sie beim Kauf von Kinderkleidung darauf, dass keine Kordeln in der Nähe des Halses sind, denn immer wieder strangulieren sich Kinder, weil sie mit den Kleidungsstücken irgendwo hängen bleiben.

    o    Kaufen Sie vor allem in der kalten und dunkleren Jahreszeit Jacken mit reflektierenden Streifen.


    In der Freizeit und auf der Straße


    o    Tragen Sie beim Sport Schutzausrüstung: z.B. beim Inline-Skating: Helm, Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschutz; beim Schwimmen/Bootfahren: Schwimmweste.

    o    Tragen Sie bei Dunkelheit gut reflektierende Kleidung.

    o    Überprüfen Sie die Betriebssicherheit des Fahrrads regelmäßig.

    o    Beim Radfahren stets einen Fahrradhelm tragen.

    o    Versehen Sie Ihr Fahrrad mit Kindersitz und Radspeichenabdeckung.

    Im Auto


    o    Im Auto TÜV-geprüfte Kindersitze und Babywannen benutzen; Sitze durch Gurt fixieren.





    Laufgitter

    Setzen Sie Ihr Baby in den Laufstall, wenn Sie einmal das Zimmer verlassen. Der Laufstall dient einerseits zu seinem Schutz, wenn gerade niemand aufpassen kann und andererseits ist es ein abgegrenzter Spielbereich des Babys, in dem das Baby Herr seines Spielzeugs ist.


    Kinderhochstuhl

    Hier wird Ihr Kind nicht nur optisch Mitglied am Mittagstisch, indem es genauso groß wird die anderen Familienmitglieder, hier sitzt es auch sicherer als auf einem Erwachsenenstuhl, der mit Hilfe von Kissen erhöht wird. Allerdings dürfen Sie Ihr Kind auch hier nie unbeaufsichtigt lassen, denn es könnte durch den Sicherheitsbügel rutschen, hängen bleiben und ersticken oder es klettert raus – egal wie groß oder klein oder dick oder dünn es ist.


    Tiere

    Haben Sie bereits vor der Geburt des Kindes Haustiere, ist ein bestimmtes Verhalten notwendig. So reagieren Hunde mitunter eifersüchtig auf die Ankunft Ihres Babys und brauchen eventuell mehrere Monate, bis sie das Kind akzeptieren. Deshalb dürfen Sie Ihren Vierbeiner nicht von der Familie ausschließen, indem Sie ihn vom Kind getrennt halten oder ihn nicht mehr beachten. Im Gegenteil: gönnen Sie Ihrem Hund auch ein paar Extra-Streicheleinheiten und lassen Sie ihn am Familienleben teilhaben. Lassen Sie Ihr Kind dennoch nie unbeaufsichtigt mit dem Hund alleine.

    Bei einer Katze müssen Sie darauf achten, dass sie nicht in einem unbeobachteten Moment ins Kinderbett springt und sich auf das schlafende Kind legt: Erstickungsgefahr!

    Entwurmen Sie Hund und Katze regelmäßig und vermeiden Sie Ungezieferbefall durch spezielle Pflegemittel – in Absprache mit Ihrem Tierarzt.

    Ist Ihr Kind im Krabbelalter? Dann lassen Sie Futternäpfe nicht auf dem Boden stehen – denn was für Ihr Haustier gut ist, könnte Ihrem Kind sehr schaden.


    Üben Sie mit Ihrem Kind unfallverhütende Verhaltensweisen, denn nur durch Übung erlangt man Sicherheit

    •    Üben Sie mit Ihrem Kind den Umgang mit gefährlichen Gegenständen wie Schere oder Messer.

    •    Lernt Ihr Kind frühzeitig Schwimmen, kann es dies eher und ist so vor dem Ertrinken sicher(er).

    •    Üben Sie richtiges Verhalten im Straßenverkehr - das Kind als Fußgänger und das Kind als Radfahrer – bereits frühzeitig. Schon ganz kleine Kinder (ab ca. 18 Monaten) sollten lernen, dass man erst stehen bleibt und nach Autos sieht, bevor man über die Straße geht – so werden diese Vorgänge verinnerlicht. Wichtig ist auch, dass das Kind die Verkehrssituation vor dem eigenen Haus kennt, denn die meisten Unfälle mit Kindern im Straßenverkehr passieren in nächster Umgebung der elterlichen Wohnung.

    •    Erziehung zum richtigen Umgang mit Tieren, denn Tiere lassen sich (zum Glück) nicht alles gefallen und die Reaktion eines Tieres ist nicht vorhersehbar – und auch wenn das Kind eine Aktion lieb meint, kann das Tier aggressiv reagieren.



    Erste Hilfe

    Legen Sie sich neben Ihr Telefon die Notrufnummern. Dann können Sie einfach wählen, ohne groß nachzudenken. Denn selbst eine so kleine Nummer (für Deutschland) wie 112 (Feuerwehr) oder 110 (Polizei) oder 19222 (Krankenwagen) wird in einem Notfall schnell vergessen. Die Giftnotrufnummer erhalten Sie bei Ihrem Kinderarzt, in der Apotheke oder in Ihrem Telefonbuch. spezialisiert)

    Ein kleiner Hinweis:

    Sicher können wir Ihnen hier im Internet einige nützliche Tipps geben, was Sie bei der Gestaltung Ihrer Wohnung beachten sollten, damit Sie kindersicher ist. Dies impliziert aber nicht, dass Ihrem Kind nun nichts passiert. Und für den Fall der Fälle ist es ratsam, ein Erste-Hilfe-Buch zuhause zu haben oder sich einige Maßnahmen aus dem Internet z.B. hier oder unter unten stehenden Adressen herunterzuladen, denn Sie werden nach einem Unfall nicht die Zeit und die Muße haben, den Computer anzuschalten, ins Internet zu gehen und dort nach Erste-Hilfe-Maßnahmen zu suchen.

    Äußerst hilfreich ist auch ein Erste-Hilfe-Kurs speziell für Kinder, der von verschiedenen Sozialdiensten, z.B. Johanniter, Malteser angeboten wird.

    So machen Sie zuhause das Internet kindersicher
    Ihr Kind wird größer und damit wächst auch das Interesse an elektronischen Medien. Natürlich ist hier neben dem Fernseher das Internet ein besonders schwieriger Spielplatz, denn Sex und Gewalt werden hier wie nirgends sonst propagiert. Und Sie wissen selbst, wie schnell man auf einer Sexseite landet, ohne es zu wollen!?! Daher ist es nötig, dass die Eltern Ihre Kinder vor diesen Seiten schützen. Wie Sie dies vom eigenen PC aus tun können, wollen wir Ihnen mit diesem Artikel zeigen, der in Anlehnung an die t-online-Seite entstanden ist.
    Sie können den Internet Explorer so verändern, dass Ihr Kind keinen Zugriff auf individuell festgelegte Web-Seiten hat. Dazu gehen Sie wie folgt vor:
    •    Die Einstellungen für die Kindersicherung im Internet Explorer finden Sie in der Menü-Leiste unter "Extras" und dann "Internetoptionen".
    •    Auf der Registerkarte "Inhalte" / "Inhalt" klicken Sie den Button "Aktivieren" (rot umrandet).
    •    Beim "Inhaltsratgeber" können Sie „Filter“ auswählen; zum Beispiel zu den Themen Gewalt, Nacktaufnahmen, Sex und Sprache.
    •    Über einen Schieberegler können Sie nun festlegen, wie fein der Filter sein soll: die jeweiligen Stufen 0 sind sehr rigide, Stufe 4 ziemlich locker. Das heißt also, je jünger Ihr Kind ist, desto niedriger sollte das von Ihnen gewählte Level sein, denn dann werden beispielsweise nicht einmal Kämpfe gezeigt.
    •    Gezielt Seiten billigen. Über die Registerkarte "Gebilligte Sites" können Sie Webseiten generell zulassen oder sperren. Dazu geben Sie die Adresse der Webseite ein, z.B. www.kinderwelten-entdecken.de für eine gebilligte Seite und www.playboy.de für eine nicht gebilligte Seite.
    •    Die Adresse der Webseite, die gesperrt werden soll, muss in die Textzeile eingetragen und der Button "Nie" aktiviert werden. Im Fenster erscheint die Adresse mit einem roten Zeichen. Soll eine Web-Seite generell gebilligt werden, klicken Sie den Button "Immer" an und die Adresse erscheint mit einem grünen Häkchen. Grüne Zeichen kennzeichnen also gebilligte und rote nicht gebilligte Seiten.
    •    Wurden die Filtereinstellungen zum ersten Mal konfiguriert, fordert Sie die Software beim Verlassen des Menüs auf, ein Passwort festzulegen. Nur der Inhaber des Passworts kann nun die Sperrung von Seiten aufheben oder Filtereinstellungen verändern. Wird über den Internet Explorer eine der gesperrten Seiten versucht zu laden, erscheint die Aufforderung zur Passwort-Eingabe und erst nach der korrekten Eingabe wird die Web-Seite geladen.




    Außerfamiliäre Kinderbetreuung
    Die meisten Frauen möchten oder müssen auch mit Kind weiterhin beruflich tätig bleiben. Und dies ist nicht immer einfach. Besonders wenn keine Großeltern oder andere Verwandte da sind, die das Kind betreuen könnten, stellt die Kinderbetreuung oft ein großes Problem dar, da es immer noch zu wenige außerfamiliäre Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter 3 und für Kinder in der Schule gibt.

    Nachstehend führen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten, Ihr Kind außerfamiliär betreuen zu lassen, auf. Abschließend finden Sie Erfahrungsberichte zu einzelnen Lösungen.


    Tagesmütter/-väter

    betreuen Kinder ab 0 Monaten und sind am besten über das Jugendamt der jeweiligen Stadt/Gemeinde oder des Landkreises zu ermitteln, da man hier sicher gehen kann, dass es sich um qualifizierte Tagesmütter/-väter handelt. Tagesmütter/-väter sind meist selbst Eltern und betreuen die Kinder in ihrem Haushalt. Die Kosten belaufen sich bei einer Ganztagsbetreuung auf etwa 300 - 600 €, bei einer Halbtagsbetreuung auf etwa 200 - 400 € im Monat.


    Au-pairs

    sind Jugendliche zwischen 18 und 27 aus dem Ausland und betreuen Ihr(e) Kind(er) für 6 bis 12 Monate. Voraussetzung ist, dass die Gastfamilie über ein freies Gastzimmer verfügt. Ein Au-pair verpflichtet sich, 30 Stunden pro Woche Ihr(e) Kind(er) zu betreuen, an zwei Abenden zum Babysitten "zuhause" zu bleiben und sich an leichten Haushaltsarbeiten zu beteiligen. Im Gegenzug bekommt es freie Kost und Logis, eine Monatskarte für den öffentliche Nahverkehr, einen Sprachkurs, den Beitrag für die gesetzliche Unfall- und Krankenversicherung und ein monatliches Taschengeld von ca. 200 €. Somit entstehen den Eltern durchschnittlich 500 - 600 € Kosten pro Monat für die Kinderbetreuung.


    Kinderbetreuung für 0-3-Jährige

    Krippe: In Krippen werden Kinder ab ca. drei Monaten aufgenommen. Die Kinder werden in Gruppen von 10 bis 12 Kindern von mindestens zwei Betreuerinnen ganz- oder halbtags betreut. Dabei werden die Kinder entwicklungsgemäß gefördert, z.B. durch das Malen mit Fingerfarben oder das Singen kleinkindgerechter, leicht eingängiger Lieder. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf dem Spiel: so haben die Kinder viel Möglichkeit zu freiem Spiel und meist auch zu Bewegungsspielen, die idealerweise täglich auch im Freien stattfinden.

    Bei einer Ganztagsbetreuung bekommen die Kinder ein Frühstück, ein warmes Mittagessen - dies wird bei größeren Einrichtungen in der hauseigenen Küche zubereitet oder wenn die Einrichtung kleiner ist, von einer Großküche bezogen - und einen Nachmittagsimbiss. Das Schlafen wird von Krippe zu Krippe unterschiedlich geregelt: in einigen Einrichtungen gibt es feste Schlafenszeiten, in anderen können die Kinder schlafen, wann sie möchten.

    Die Öffnungszeiten variieren stark je nach Standort und Träger. Ist das Kind krank, muss ein Elternteil zuhause bleiben oder eine andere Betreuungsform (z.B. Tagesmutter) in Anspruch genommen werden. Die monatlichen Beiträge variieren wiederum stark zwischen den einzelnen Standorten und können bis zu 300 - 400 € betragen.


    Kinderbetreuung für 3-6-Jährige

    Kindergarten: Wer kennt ihn nicht den guten alten Kindergarten? Hierher können Kinder ab 3 Jahren bis zum Schuleintritt kommen. Dabei werden die Kinder mehr gefördert als in der Krippe - und das in allen Entwicklungsbereichen. Sei es das gemeinsame Bewegungsspiel oder eine gezielte Sprachförderung in Kleingruppen: der Kindergarten ist nicht nur zum Spielen da. Eine Schweizer Studie zeigte, dass Kinder, die einen Kindergarten besuchen, leichter in die Schule übertreten, oft bessere schulische Leistungen zeigen und sozial stärker integriert sind. Untersuchungen aus den USA hätten sogar gezeigt, dass Kindergartenkinder später weniger kriminell auffällig werden als andere. Wenn die Qualität der Betreuung stimmt, profitieren Kinder von ihren neuen Erfahrungen aus der Gruppe: sie werden selbständiger, sozial kompetenter und bekommen Anregungen, die zuhause oft nicht möglich sind, z.B. eine erste Fremdsprache.

    Für Essen, Öffnungszeiten und Beiträge gilt das Gleiche wie bei der Krippe.


    Kinderbetreuung für Schulkinder

    Hort - das Ziel für Schulkinder am Nachmittag. Hauptsächlich GrundschülerInnen bekommen hier nach einem Mittagessen in 20 - 25 Kinder umfassenden Gruppen von einer Sozialpädagogin, einer Erzieherin und einer Halbtagskraft Nachmittagsbetreuung. Dabei haben die Kinder die Möglichkeit, sich zu erholen und zu bewegen (geleitetes Programm, z.B. musikalisch-pantomimisch-tänzerische Darstellung). Der Schwerpunkt des Hortes liegt allerdings auf der Hausaufgabenbetreuung: die Kinder können an einem ruhigen Arbeitsplatz ihre Hausaufgaben erledigen und wenn sie Fragen haben, steht ihnen immer ein(e) Betreuer(in) zur Verfügung.

    Die monatlichen Kosten des Horts machen beispielsweise in München ca. 50 € zuzüglich Mittagessen aus.

    Kooperative Einrichtungen: Hier werden die Kinder in altersgemischten Gruppen entweder vom Krippenalter bis ins Schulalter betreut oder nur zwei Altersstufen, sprich Krippe und Kindergarten oder Kindergarten und Hort. Der steigende Geburtenrückgang und die somit entstehenden freien Plätze in Kindergärten führen immer mehr zur Öffnung des Kindergartens für andere Altersgruppen. Deshalb wird diese Art der Betreuungsform wohl stetig zunehmen.

    Die angesprochenen institutionellen Betreuungsformen beziehen sich auf öffentliche Einrichtungen, werden aber auch mit speziellen pädagogischen Konzepten angeboten, z.B. Montessori- oder Waldorfkindergärten.

    Im Bereich der Kinderbetreuung ist es empfehlenswert, wenn Sie sich persönlich bei Ihrem zuständigen Jugendamt informieren, welche Betreuungsangebote Ihnen vor Ort zur Verfügung stehen, da Sie dort die verlässlichsten regionalen Auskünfte bekommen.


    Links:

    www.stmas.bayern.de/kinderbetreuung
    Hier erhalten Sie allgemeine Informationen zu Betreuungsmöglichkeiten in Bayern

    www.suche-kindergarten.de
    sucht bundesweit mittels Stadt oder PLZ einen Kindergarten in Ihrer Nähe

    www.kindergarten-workshop.de
    Eine Seite für alle, die an der Theorie und Praxis rund um die Arbeit im Kindergarten interessiert sind

    www.waldorfkindergarten.de
    Die Seite der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. informiert über die Waldorfpädagogik allgemein und über Aktuelles

    www.montessori.de

    Eine Homepage für alle, die sich für reformpädagogische Ansätze in Kindergarten und Schule interessieren oder einfach nur neugierig sind



    Fremdsprachen für Kleinkinder
    Heutzutage wachsen Kinder in eine kulturell vielfältige Welt hinein. Kulturelle Vielfalt wird ganz verschieden erfahren. Gut ist, wenn die kulturelle Vielfalt positiv genutzt und zur Basis eines interkulturellen Lernens wird, denn im Zuge des Globalisierungsprozesses werden kulturelle Aufgeschlossenheit und kulturelles Selbstbewusstsein immer wichtiger. Deshalb brauchen Kinder ein Umfeld, in dem sie selbstbewusst und selbstverständlich den Umgang mit anderen Sprachen und Kulturen erleben – und dies sollte ein Kindergarten heutzutage bieten können.

    Sprache und Sprachfähigkeit haben in deutschen Kindergärten – im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern und den USA – traditionell einen geringeren Stellenwert als beispielsweise die sozialen Fähigkeiten. Dennoch gibt es einige Kindergärten, die einen frühen Fremdspracherwerb in verschiedener Weise anbieten, weil ein früher Fremdspracherwerb im Kindergarten viele positive Aspekte hat.

    Biologisch gesehen ist ein früher Fremdsprachenerwerb nur sinnvoll, da das Gehirn mehr neuronale Verknüpfungen eingeht. Durch die Erfahrung, die das kleine Kind mit anderen und vom Deutschen sehr verschiedenen Sprachen (wie beim Französischen, im Gegensatz zum Englischen) macht, bilden sich vorteilhafte Hirnstrukturen aus, die das Erlernen weiterer Fremdsprachen erleichtern. Je später eine Zweitsprache erlernt wird, desto mehr ist der Lerner auf bereits bestehende neuronale Verbindungen angewiesen. Findet also früher eine größere neuronale Vernetzung statt, ist das Gehirn einerseits flexibler in der „Wegauswahl“ und andererseits können mehr Wege in einem eventuellen Dritt- oder Viertspracherwerb benutzt werden.

    Kleinere Kinder imitieren gerne und verfahren dabei ganzheitlich, d.h. neben der Aussprache werden auch Körperbewegungen, Stimmführungen, Akzent usw. imitiert. Dies erweist sich beim Fremdspracherwerb als besonders förderlich, da die genaue Kenntnis von Lebensformen, kulturspezifischen Interaktionsformen und Bedeutungszuschreibungen nötig sind, um ein hohes Sprachniveau zu erreichen; z.B. bedeutet Kopfnicken in Griechenland „nein“. Dies kann nur in authentischen Situationen gelernt werden: der Lerner braucht also viel Zeit für den Sprachkontakt und –gebrauch.

    Werden die Fremdsprachen früher gelernt, bleibt in der Schule mehr Zeit für andere Fächer, da der mühsame und zeitraubende Einstieg in die erste Fremdsprache wegfällt und dies kommt wiederum den allgemeinen ökonomischen Tendenzen in der Stundenplangestaltung entgegen.

    Die Globalisierung mit ihren multikulturellen Gesellschaften fordert ein interkulturelles Verständnis aller. Deshalb ist es – wenn überhaupt – nur im Kindergarten möglich, untere gesellschaftliche Schichten für Belange des kulturellen Zusammenlebens zu interessieren, da hier sehr früh alle Gesellschaftsschichten erreichbar sind. Deshalb kann ein in die andere Kultur eingebundener Fremdsprachenunterricht hier sicher gute Basisarbeit leisten, nicht alleine, um Vorurteilen und Feindlichkeiten gegenüber Fremden vorzubeugen.

    Aus den bereits vorliegenden Konzepten einiger Kindergärten oder Fremdsprachenprogrammen sind hier einige Aspekte zusammengefasst. Sie bieten Eltern einen Leitfaden, um zu beurteilen, ob ein Fremdsprachenangebot qualitativ hochwertig ist und/oder wie man das ihres Kindergartens eventuell noch verbessern könnte bzw. wie es sein könnte. Aufgrund der Sprachentwicklung und des Fremdspracherwerbs von Kindern lassen sich folgende Kriterien für einen frühen „Fremdsprachunterricht“ ableiten: Es sollte
    •    der Fremdspracherwerb in einem Sprachbad erfolgen,
    •    Natürlichkeit am Sprachaneignungsprozess walten,
    •    das Prinzip „eine Person – eine Sprache“ gelten (diese Rolle kann z.B. auch eine französisch sprechende „Puppe“ übernehmen) und
    •    Austausch und Partnerschaft mit Einrichtungen des Nachbarlandes stattfinden (wo möglich).
    In jedem Fall ist die geografische Lage eines Kindergartens zu berücksichtigen. Liegt der Kindergarten in Grenznähe, so sollte in jedem Fall die Nachbarsprache angeboten werden, alleine deshalb, weil hier ein Austausch und persönlicher Kontakt mit Muttersprachlern für Kinder und Erzieher möglich ist. Liegt der Kindergarten „mitten im Land“ ist eine Kooperation mit anderen Kindergärten der Umgebung möglich. Dies bietet bei Problemen die Möglichkeit eines Austausches für die Erzieher und unter Umständen ist es auf diesem Wege einfacher, einen Muttersprachler für den Fremdspracherwerb zu gewinnen. Sinnvoll wäre die Gestaltung eines Wochentages in der fremden Sprache, der rotiert, da so aufgrund der unterschiedlichen Tagesabläufe alle Alltagssituationen in der fremden Sprache erfahren werden könnten (= Natürlichkeit) und das „Sprachbad“ relativ lang ist. Dies ist organisatorisch sicher ein großer Zeitaufwand, der sich jedoch lohnen würde und auch wieder mit kooperierenden Kindergärten realisierbar wäre. Aber auch ein Vormittag pro Woche mit einer Gruppe von Kindern, an dem sich Kinder und Erzieher/„Puppe“ nur in der Fremdsprache unterhalten, ist wertvoll.

    Sinnvoll ist ein Fremdspracherwerb im Kindergarten also sicherlich und die Chance, ihr Kind eine andere Sprache so früh wie möglich erlernen zu lassen, sollten Eltern nutzen - sofern es sich um ein qualitativ hochwertiges Angebot handelt.

    Informationen über Kindergärten und deren Fremdsprachenangebot oder über private Fremdsprachenprogramme erhalten Sie bei Ihrer Stadt, Gemeinde oder im Landratsamt beim Kinder- und Jugendamt.


    Detaillierte Infos zum Zweitspracherwerb im Kleinkindalter

    Im Gegensatz zu Erwachsenen und älteren Kindern lernen Kinder bis ca. zum 8. bis 10. Lebensjahr Sprachen intuitiv-imitativ. Diese Lernweise bleibt dem Lernenden in der Regel unbewusst und folgt größtenteils den Prinzipien des Erstspracherwerbs.

    Zunächst ist das Sprachverständnis wesentlich größer als die Sprachproduktion. Eine Situation wird beispielsweise nonverbal erfasst und darauf aufbauend werden die unbekannten Lautketten untergliedert und immer gezielter mit Sinn gefüllt. Die folgende Sprachproduktion ist ein Prozess kreativer Imitation auf der Basis entwickelter Erkenntnisse, die sich beständig den Strukturen der Zielsprache annähern. Dies bedingt ein wahres „Sprachbad“, also genügend Informationsmaterial, um Sprachfertigkeit aufbauen zu können. Denn nur in der verbalen wie nonverbalen Handlung und in der Anschaulichkeit kann Sprache zunehmend erschlossen werden. Dieser unbewusste Prozess hängt stark von der Offenheit des Kindes gegenüber anderen Sprachen ab. Da das Kind bereits über Kenntnisse in der Erstsprache verfügt, ist es nicht notwendigerweise abhängig von der Zweitsprache, deren Aneignung demnach bei Ablehnung verweigert werden kann. Des Weiteren spielt die Authentizität der Verwendung der Sprache eine große Rolle. Für Kinder im (frühen) Kindergartenalter bedeutet dies vor allem die Zuordnung von Sprachen zu Personen, d.h. das Prinzip „eine Person – eine Sprache“ gilt hier. Die Differenzierung zwischen Person und Sprache gelingt erst etwa mit dem Schuleintritt.

    Im frühen Fremdspracherwerb können keine Grammatikregeln auswendig gelernt und angewandt werden. Die Sprachstruktur (= Grammatik) wird vielmehr aus dem Gehörten erschlossen, deshalb ist auch hier viel sprachlicher Input notwendig, denn je länger/öfter anderssprachige Situationen geboten werden, desto umfangreicher sind die Chancen des intuitiv-imitativen Spracherwerbs.

    Gemäß den sprachlich-geistigen Fähigkeiten des Menschen sollte man Natürlichkeit am Sprachaneignungsprozess walten lassen. Der natürliche Spracherwerb beinhaltet, dass die Sprache in der alltäglichen Kommunikation gelernt wird, z.B. in der Familie oder der Spielgruppe. Diese Art des Spracherwerbs findet auch im Kindergarten statt – zumindest für die Erstsprache. Sprachentwicklung, und dies gilt ebenso für die Zweitsprache, hängt auch mit anderen Entwicklungsprozessen zusammen. Es müssen bestimmte Entwicklungsvoraussetzungen erfüllt sein, z.B. im Hören und Sehen, in der Feinmotorik (auch Zunge und Mundmuskulatur) sowie im geistigen und emotional-sozialen Bereich.

    Im Ablauf des Zweitspracherwerbs treten Sprachmischungen bzw. Sprachwechsel auf, die verschiedene Formen aufweisen. Eine Sprachmischung ist in der Gesellschaft mehrsprachiger Freunde/Erwachsener etwas Normales. So gehören Sprachmischung und Sprachwechsel zur täglichen Praxis mehrsprachiger Kindergruppen. Es wird zwischen Interferenz und Sprachmischung/Code-Wechsel unterschieden. Bei einer Interferenz werden Strukturmerkmale von einer in die andere Sprache übertragen und es kommt folglich zu Fehlern im Satzbau der Fremdsprache. Von Sprachmischung wird gesprochen, wenn bei einer Äußerung verschiedene Sprachen benutzt werden. Für den Wechsel in eine andere Sprache gibt es verschiedene Gründe, z.B. ein Wort ist in der Zweitsprache gerade nicht präsent. Sprachmischungen erfolgen unterbewusst und stellen ein normales Zwischenstadium beim Zweitspracherwerb dar. Sogenannte Fehler erleichtern Kindern den Einstieg in eine Zweitsprache und werden normalerweise allmählich abgebaut.

    Im Unterschied zum Erstspracherwerb benutzt das Kindergartenkind intuitiv sein Vorwissen und seine Vorerfahrungen, um sich in der Zweitsprache orientieren und kommunizieren zu können. Zu diesem Wissen gehört beispielsweise, dass Sprache in Sätzen organisiert ist. Anfangs benutzen viele Kinder einen einfachen Satzbau, den sie bei jeder Gelegenheit anwenden, z.B. feststehende Redewendungen wie „Sit down please!“ Kinder entwickeln Strategien, die ihnen eine Orientierung bieten und den Einstieg in die neue Sprachwelt erleichtern. Hier „bedienen“ sie sich meist des Prinzips der Vereinfachung und der Auslassung.

    Die meisten Kinder wissen, dass sie sich in verschiedenen Sprachsystemen bewegen, die sie prinzipiell, zum Teil auch intuitiv, auseinanderhalten. Sichtbar ist das daran, dass sie sich in ihrer Sprachwahl nach dem jeweiligen Gegenüber richten können. Allerdings sollte die Trennungsfähigkeit, also die Fähigkeit, beide Sprachen trennen zu können, regelmäßig bei bestimmten Gelegenheiten, z.B. Stuhlkreis, geübt werden, bei denen für eine abgegrenzte Zeit nur eine Sprache gesprochen wird.

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